"The early years" müssten eigentlich einige Jahrzehnte zurück beginnen. Ich möchte mit diesem Bereich allerdings Werke zeigen, mit denen meine heutige Portraitfotografie begann. Ich habe früher viel auf Reisen fotografiert. Überwiegend bestanden meine Aufnahmen aus Landschaften und vielleicht mal Langzeitbelichtungen in Städten bei Nacht. Irgendwann habe ich angefangen, auch mal Menschen zu fotografieren, weil sie doch andere Geschichten erzählen als eine Palme am Strand. Eine Arbeitskollegin benötigte dann einen Fotografen für ihre Hochzeit und schenkte mir ihr Vertrauen, auch wenn ich von mir selber zu der Zeit nicht überzeugt war, eine Hochzeit souverän begleiten zu können und entsprechende Ergebnisse zu liefern. Das war allerdings der Auftakt für weitere Hochzeiten und so habe ich mich in dieses Genre eingearbeitet und viele Jahre lang auch Freude daran, Paare an ihrem schönsten Tag zu begleiten. Schließlich folgten auch weitere Wiedersehen, als der erste Babybauch und die ersten Newborn-Bilder festgehalten werden wollten. 

Dann kam der Punkt, an dem ich mich nochmal anders weiterentwickeln wollte. Schwerpunkt Portrait. In Bremen gibt es viele Fotograf*Innen, Hobby-Modelle und auch Make-up Artists, die Arbeiten für ihr Portfolio benötigen. Ende 2016 bin ich zu einem Treffen von einer entsprechenden Facebook-Gruppe dazu gestoßen. Dort wurde ich gefragt, was mein nächstes “Projekt” sei. Ich hatte keine Antwort, bin aber mit dem Vorsatz raus, ich brauche ein Projekt. Wenige Tage später entstand gedanklich das “Projekt 22”. Ich wollte 2017 22 Shootings mit unterschiedlichen Modellen und unterschiedlichen Bildideen umsetzen. Ich musste lernen, dass es ohne entsprechendes Portfolio nicht ganz so einfach ist, Hobbymodelle für ein Shooting zu gewinnen. Ich musste lernen, dass Anfragen teilweise gar nicht erst beantwortet werden, dass Shootings auch mal kurzfristig abgesagt werden, ohne Ersatztermin oder dass Begleitpersonen zu einem Shooting mitgebracht werden wollen. Letzteres ist natürlich vollkommen ok und üblich, erst recht, wenn man sich noch nicht kennt. Tatsächlich ist es mir gelungen, das Projekt in die Tat umzusetzen und so hatte ich wenige Tage vor Weihnachten das 22. Shooting im Kasten, bzw. auf der Speicherkarte. Ein unglaublich tolles Gefühl, ein gesetztes und durchaus ambitioniertes Ziel erreicht zu haben.

Das gab Auftrieb für das Jahr 2018 - es sollte wieder ähnlich ablaufen, nur ohne feste Zielzahl. Es kamen neue Kontakte auf und u.a. auch eine Kooperation mit einer Makeup-Schule. Ich habe meinen Radius erweitert und nicht mehr nur in Bremen Fotos gemacht, sondern auch in Oldenburg, NRW und erstmalig auch in Valencia und auf Lanzarote. Ende 2018 standen schließlich 35 Shootings auf meiner Liste. Ein Mix aus den beiden Anfangsjahren gibt es hier zu sehen.

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2019